Tag zerknüllt und weggeschmissen
Posted on | Juni 9, 2010 | 2 Comments
“Den gestrigen Tag habe ich aus dem Kalender ausgeschnitten. Zusammengeknüllt und weggeschmissen.”
Manchmal scheint sich alles zu verschwören. So, wie ein schwarzes Loch die Materie anzieht, ziehe ich dann das Unglück an. Möchte man jedenfalls meinen. Wo fange ich an?
Sonntag. Sonntag war ein schöner Tag. Sonnig und warm. Ich mit dem Liebsten essen gewesen. Ein paar Bier getrunken. Dann kam ein Wolkenbruch, wegen dem wir noch mehr Bier trinken mussten. Wir hätten sonst nach Hause schwimmen müssen.
Wir also in fröhlicher Stimmung nach Hause gelaufen. Und gefreut, dem Schwimmen entgangen zu sein. Kommen zu Hause rein und es macht plitsch-platsch……… Der Boden im Atelier war nass. Erster Gedanke: es hat durch die Türe geregnet. Dieser Gedanke zerschlug sich jedoch sofort, als es mir auf dem Kopf tropfte. Das Wasser bahnte sich seinen Weg durch eine Lampe.
Nicht mehr ganz so fröhlich den Aufwischer geschnappt, Türe auf, Wasser rausgeschoben. Der Liebste ist durchs Haus gestiefelt und hat gesucht, wo das Wasser wohl herkommt. Nichts gefunden. Der Zeichenschrank hat nasse Füße bekommen, den haben wir dann auf leisten gehieft, damit der von unten trocknen kann.
Mein unsagbares Glück zeigte sich dann in Form von 50 cm Abstand, den die Wasserlache zu meinem Rechner eingehalten hat. YEAH…..
Noch mehr Glück hatte ich, da auch keine Bilder Schaden genommen zu haben scheinen.
Ein Blick auf die Uhr verriet, dass wir in solch einem Ausnahmefall noch einen Anruf bei den Vermietern tätigen konnten. War zwar grenzwertig, aber der Zustand des Hauses schließlich auch.
Es tropfte auch nicht mehr so stark aus der Lampe, sodass wir von einem Notdiensthandwerker-tausendundtwölfeuro-Einsatz absahen.
Montags dann nochmal telefoniert und so und Dienstag kam dann der Dachdecker. Dachdecker, weil Wolkenbruch und so….. Dachdecker also aufs Dach und durchs Haus. Auf dem Dach war nichts zu sehen. Dann fing er an, unten im Erdgeschoss im Atelier die Decke zu öffnen. Und da floss das Wasser wieder. Was soll ich jetzt beschreiben, wie groß das Loch geworden ist…. Ich lasse mal ein Bild sprechen:
Das ganze Dämmmaterial und das Gebälk nass.
Auf dem Boden sah das dann so aus:
Okay, da war schon alles zusammengeschoben und mit permanentem wischen musste ich das austretende Wasser im Zaume halten.
Das war zwar alles anstrengend und dreckig und nass und so, aber bis dahin war ich noch immer froh über den doch relativ kleinen Schaden an meinem Kram.
Dann ein Anruf. Meine Jüngste. Heulen, schluchzen: “Mama, ich habe meine Klarinette verloren” gulp…….. Ratter… überleg…. Klarinette, teuer…. orrr…..
an dieser Stelle sei zu sagen, das Dinge ist noch nicht wieder aufgetaucht, ich habe mit Fundbüro, Schule, Musikschule, Polizei, Musikhaus telefoniert, Zettel an den Ort des Geschehens gepappt und hoffe noch…..
An dieser Stelle schnitt ich den Tag aus meinem Kalender aus.
Und weil der Tag jetzt weg ist, sind wir jetzt bei Mittwoch. Heute kam dann also der Installateur. der machte sich eine Etage drüber im Wohnzimmer an die Arbeit und legte die Rohre dort frei. Er stellte fest, es ist das Fallrohr. Also das mit allem drin, was so aus einem Mensch rauskommen kann. “Hey Super” dachte ich mir so, das wollte ich doch schon immer mal haben.
So schaut es jetzt also im Wohnzimmer aus.
Positiv ist, dass der Schaden behoben zu sein scheint. Negativ ist, dass sich die komplette Wand voll Wasser gesaugt hat. Also in der ersten und zweiten Etage. Und die Decken auch.
Jetzt meldet sich nnoch die Versicherung des Vermieters, die dann veranlasst, wie es weiter gehen soll. Entfeuchtungsgeräte oder die Wand doch weiter rausstemmen. Das Wasser muss schon eine Weile gesickert sein. Dadurch, dass wir im Winter geheizt haben und das Heizungsrohr in der Wand direkt neben der schadhaften Stelle liegt, ist das Wasser immer so leicht weggetrocknet. Dazu kommt die Glasfasertapete die mit so einer Farbe gestrichen ist, die man abwischen kann. Die hat das Wasser einfach in der Wand gehalten, sodass es sich erst über zwei Etagen gekämft hat um dann an einer Lampe rauszukommen.
Die Geschichte ist also noch nicht vorbei und zumachen kamm man das alles auch nicht, da es ja durchtrocknen muss.
Ich habe sonst auch eigentlich gar nichts zu tun und freue mich ja immer über abwechslung. NICHT
Comments
2 Responses to “Tag zerknüllt und weggeschmissen”
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Juni 9th, 2010 @ 21:37
Ach Du Scheiße! Das sieht ja noch schlimmer aus als ich mir das vorgestellt habe…
Juni 10th, 2010 @ 09:42
Du hast mein tiefstes Mitgefühl.